Bessere Kitas für unsere Kinder

Die 3. Kraft in Kitas kommt

Bildung ist für uns ein Herzensthema. Wir wollen, dass alle Kinder die gleichen Chancen in der Bildung haben. Deswegen haben wir nach und nach Gebühren für das Studium, die Kitas und z. T. für Ausbildungen abgeschafft. Für uns als SPD ist aber auch klar: Auch die Qualität der Bildung muss stetig vorangetrieben werden. Dazu gehört auch die dritte Kraft in Kitas. Die können wir leider nicht von heute auf morgen einführen, aber wir haben einen Stufenplan, wie wir Schritt für Schritt die dritte Kraft einführen.

Warum brauchen wir das Kita-Gesetz?

Das Kita-Gesetz regelt landesweit die strukturellen Mindestanforderungen von Kindertageseinrichtungen. Damit stellen wir sicher, dass Kinder überall ähnliche und gute Bildungsangebote vorfinden können. Seit der letzten Reform des Gesetzes, 1993, ist viel passiert. Diese Veränderungen bilden sich im Gesetz ab.

Was wird u. a. neu geregelt?

  1. Die personelle Mindestausstattung und die Qualitätsanforderungen an die pädagogischen Kräfte in den Gruppen der Kindertagesstätten in Randzeiten wird denen in Kernzeiten angeglichen.
  2. Einrichtung eines Landeselternrats.
  3. Der Fachkräftekatalog wird durch einen erleichterten Berufszugang für zusätzliche Abschlüsse erweitert.
  4. Das Teilen von Kita-Plätzen ist schon länger möglich, im Gesetz wird es nun gesetzlich begrenzt. Das heißt, der Träger einer Kindertagesstätte kann bis zu zwei Plätze einer Kernzeitgruppe so teilen, dass für je einen Platz zwei Kinder an unterschiedlichen Tagen anwesend sind. Wir normieren damit erstmals das Platzsharing an Niedersächsischen KiTas.

Warum kommt die dritte Kraft nicht sofort?

Durch den Ausbau der Kindertagesbetreuung gibt es einen großen Bedarf an Fachkräften, der aktuell noch nicht gedeckt werden kann. Deswegen haben wir dafür gesorgt, dass...

  • ...die Ausbildungskapazitäten erweitert werden,
  • ...die Ausbildung von Fachkräften dualisiert,
  • ...an Schulen in privater Trägerschaft schulgeldfrei gestellt
  • ...die Beschäftigung von Zusatzkräften in Ausbildung durch eine Förderung des Landes vergütet wird.

Das zeigt Wirkung: Die Anzahl der Schüler:innen in der Sozialpädagogik ist in den letzten drei Schuljahren um 1.563 auf insgesamt 16.233 SchülerInnen gestiegen. Im laufenden Schuljahr werden aller Voraussicht 17.000 Schüler:innen einen für die Kindertagesbetreuung berufsqualifizierenden Abschluss erwerben.

Und wann kommt jetzt die dritte Kraft?

Wir schreiben die ersten beiden Stufen des Stufenplans zur Einführung der dritten Kraft in Kitas gesetzlich fest. Wir wollen so den Fachkraft-Kind-Schlüssel schrittweise verbessern und so die Qualität der frühkindlichen Bildung stärken.

  • Stufe 1: Mindestens 2.000 zusätzliche Auszubildende ab dem 01.08.2023 mit 15 Std. pro Woche in den Einrichtungen, Anleitungsstunden für die Einrichtung
  • Stufe 2: Finanzierung von 20 Stunden von Drittkräften in Ganztagesgruppen mit mindestens 19 Plätzen zum 01.08.2027
  • Stufe 3: Die Finanzierung von dritten Kräften mit mindestens 19 belegten Plätzen unabhängig von der Betreuungszeit.
  • Stufe 4: Die Finanzierung von dritten Kräften im Umfang von maximal 30 Wochenstunden.
  • Stufe 5: Die Finanzierung von dritten Kräften im Umfang der gesamten wöchentlichen Betreuungszeit.
  • Stufe 6: Die Einführung von dritten Kräften als Regelkräfte.

Die Stufen 3 - 6 haben die Regierungsfraktionen in einem begleitenden Entschließungsantrag definiert, mit dem wir die Landesregierung verpflichten, die Stufen umzusetzen, wenn das Gesetz vollzogen wird.

Was haben wir schon erreicht?

Als SPD wollen wir gebührenfreie und gute Bildung von der Krippe bis zum Master. Dafür haben wir in den letzten Jahren viel erreicht:

  1. Wir haben die dritte Kraft in den Krippen parallel zu einem sehr umfangreichen quantitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung eingeführt.
  2. In Kindergärten können die örtlichen Träger seit dem 01.01.2020 nochmals deutlich mehr Personal in Kindergärten einsetzen. Mit rund 360 Millionen Euro sind wir hierbei in die Finanzierung von dritten Kräften im Kindergarten bereits eingestiegen.
  3. Wir haben die Kita-Gebühren abgeschafft. Das spart vielen Familien hunderte Euro – pro Monat!
  4. Wir haben erhebliche finanzielle Anstrengungen zur Steigerung der Qualität in der frühkindlichen Bildung auf den Weg gebracht und den Personalschlüssel in Krippen- und Kindergartengruppen verbessert.
  5. Um die Schaffung neuer Plätze zu fördern, wurden 2021 64,4 Millionen Euro für Krippen und 30 Millionen Euro für Kindergärten bereitgestellt. Damit wurden in dieser Wahlperiode insgesamt annähernd 400 Millionen Euro für die Schaffung weiterer Plätze für unsere Kinder bereitgestellt.

Was soll laut Entwurf des Kita-Gesetzes noch geregelt werden?

Unter anderem sind folgende weitere Verbesserungen im Entwurf vorgesehen:

  1. Der Bildungsauftrag wird um wichtige Aspekte des menschlichen Zusammenlebens erweitert, z. B. durch Gesundheitserziehung und Demokratiebildung.
  2. Festgeschrieben ist eine enge Kooperation zwischen Kindertagesstätten und Schulen, damit Kinder einen guten Übergang ins Schulleben haben.
  3. Wir achten auf die Multiprofessionalität der Betreuung, das heißt, wir erweitern den gesetzlichen Fachkräftekatalog. Mit dem neuen NKiTaG werden auch Kindheits-, Sozial- und Heilpädagog:innen und , Absolvent:innen pädagogischer Studiengänge, Grundschullehrkräfte sowie Heilerziehungspfleger:innen als Betreuungspersonal anerkannt. Ähnlich gilt es für die pädagogischen Assistenzkräfte. Hier sollen auch Absolvent:innen pädagogischer Studiengänge während der praktischen Tätigkeit in einer KiTa, Ergotherapeut:innen, Logopäd:innen, Kinderkrankenpfleger:innen sowie Atem/Stimmlehrer:innen eingesetzt werden können.

Kurz und knapp

Die frühkindliche Bildung hat für uns als SPD in Niedersachsen einen sehr hohen Stellenwert. Das zeigen nicht nur viele Verbesserungen, die wir schon erreicht haben, sondern auch der angepasste Entwurf für das Kita-Gesetz. Der Stufenplan zur Einführung von der dritten Fachkraft in unseren Kindergartengruppen und damit die Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels ist ein weiterer Schritt zur Qualitätssteigerung in unseren Einrichtungen. Wir haben die Kritik und die Proteste am ersten Entwurf sehr ernst genommen und nun eine gute Lösung gefunden, um die Wünsche mit dem Möglichen zu vereinbaren. Gerade in dieser Zeit unternimmt das Land damit eine große Anstrengung. Das zeigt: Die Qualität der frühkindlichen Bildung hat für uns höchste Priorität und was wir tun können, das tun wir.

Gemeinsam kämpfen wir für bessere Bildung!

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