Wir reden nicht drumherum: Wir müssen viel mehr für den Klimaschutz tun. Mit dem Niedersächsischen Weg gehen wir einen bundesweit einmaligen Schritt. Niedersachsen ist Vorreiter im Klima- und Umweltschutz!

Was ist der „Niedersächsische Weg“?

Der Niedersächsische Weg ist bundesweit einmalig. Es ist eine Vereinbarung zwischen Naturschutzverbänden, Landwirtschaft und Politik. Alle Unterzeichner der Vereinbarung verpflichten sich, die beschlossenen Maßnahmen für Natur-, Arten- und Gewässerschutz umzusetzen.

Warum brauchen wir die Vereinbarung?

Der Verlust von Nahrungsquellen und Lebensräumen ist ein Grund, warum wir ein großes Insektensterben haben. An dieser Stelle müssen wir gegensteuern. Gleichzeitig gibt es berechtigterweise Forderungen an die Landwirtschaft, Arten und deren Lebensräume mehr zu schützen. Auch diese Aspekte sind in der Vereinbarung berücksichtigt.

Welche Maßnahmen wurden vereinbart?

Unter anderem wurden folgende Maßnahmen vereinbart:

  • Breitere Bereiche an Ufern von Gräben und Flüssen, wo nicht gedüngt oder mit Pflanzenschutzmitteln gearbeitet werden darf
  • Einsatz neuer Spritztechniken, statt chemischer Pflanzenschutz
  • besserer Biotopverbund
  • Verstärkte Beratung für Landwirte
  • Erhöhung des Ökolandbaus auf 10 Prozent bis 2025
  • Biodiversität in Wäldern fördern

Hier ist die gesamte Vereinbarung.

Wie wird das finanziert?

Als ersten Schritt hat die SPD-geführte Landesregierung 120 Millionen Euro zum Erhalt und zur Verbesserung der Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen zur Verfügung gestellt. Über weitere finanzielle Mittel wird in den kommenden Monaten im Niedersächsischen Landtag beraten und diskutiert. Grundsätzlich kann nicht nur das Land Fördermittel zur Verfügung stellen, auch Förderprogramme des Bundes und der EU sollen für die Finanzierung genutzt werden.

Was ist das Besondere am Niedersächsischen Weg?

Zwei Dinge zeichnen den Niedersächsischen Weg aus:

  1. Wir tun etwas für Natur-, Umwelt- und Artenschutz. Hierfür müssen wir dringend etwas tun, weil die Artenvielfalt zurückgeht.
  2. Wir verabschieden nicht einfach ein Gesetz und schauen dann, was passiert, sondern wir machen es von Beginn an gemeinsam und bieten neben den gesetzlichen Regelungen auch Anreize für freiwillige Leistungen. Wir überlegen, was wir uns für die Zukunft vorstellen. Was können wir für Arten- und Naturschutz tun und wie kann die Landwirtschaft dabei unser Partner sein.

Deswegen ist der Niedersächsische Weg ein gemeinsamer Weg: Alle zusammen! Umweltverbände, Landwirtschaft, Umweltministerium, Landwirtschaftsministerium. Das hat es so in unserem Land noch nie gegeben. Die Fronten waren bisher immer klar: Die einen sind für den Umweltschutz, die anderen für die Landwirtschaft. So geht es nicht mehr! Es geht nur gemeinsam in Kooperation und das zeichnet diesen Niedersächsischen Weg aus. Wir wollen diesen Weg jetzt gemeinsam gehen – mit erfolgreichen Gesetzen, Programmen und einer erfolgreichen Förderung.

Wie geht es weiter?

Die Unterzeichnung ist ein Meilenstein. Wir haben jetzt einen Vertrag, der die Leitplanken setzt, in denen wir uns bewegen. Wir werden Gesetzentwürfe für das Naturschutzgesetz sowie das Wassergesetz erstellen. Wir müssen den Wald schützen und Pflanzenschutzmittel reduzieren. All das wird in den nächsten drei Monaten, wieder gemeinsam, erarbeitet. Die Gesetze sollen zwischen Juni und August fertig werden, Anfang September im Kabinett beschlossen werden und gemeinsam mit den Regierungsfraktionen erarbeiten und schließlich in den Landtag eingebracht werden.

Mehr anzeigen
wird geladen